Anpassung der Friedhofsgebühren und mehr Leistung

SPD und Gründchen Liste legen Konzept vor

Die finanzielle Situation der Stadt Grebenau bleibt auch nach dem Wechsel an der Rathausspitze angespannt. Um dies zu ändern, sollen nach dem Willen von Bürgermeister Lars Wicke (FWG) zahlreiche Gebühren zum Jahr 2015 angehoben werden. Hierrunter befinden sich auch die Gebühren im Zusammenhang mit der Friedhofsnutzung.
Neben einer Anhebung der Gebühren, überlege Bürgermeister Lars Wicke, eine jährlich zu zahlende ‚Pflegepauschale‘ einzuführen. Diese solle von allen Angehörigen, die auf einem der Gründchen- Friedhöfe ein Grab unterhalten, entrichtet werden – auch für bereits bestehende Grabstätten. Auslöser für diesen Vorschlag sei die Forderung der Kommunalaufsicht, die in ihrer Verfügung zum Haushalt 2014 für das kommende Jahr eine Gebührendeckung von 80 % für den Friedhofsbereich anmahnt. Um dies zu erreichen, müssten mindestens 25.000 € mehr eingenommen werden.

Dieser Vorschlag des Bürgermeisters stößt bei der SPD/GL-Koalition im Grebenauer Stadtparlament auf Ablehnung. Dies geht aus einer Pressemitteilung der beiden Fraktionen hervor. Zum einen habe man rechtliche Bedenken, zum anderen halte man diese Form der Gebühr für „ungerecht“. „Bereits heute gibt es für bald ein Fünftel der Gräber auf den Friedhöfen keine Kontaktdaten von Angehörigen oder anderen Ansprechpartner mehr. Der Verwaltungsaufwand um an die Adressdaten heranzukommen, übersteigt die einzutreibende Gebühr sicherlich um ein Vielfaches, so dass am Ende nur die einheimischen Bürger die Zeche für alle zahlen müssten“, begründete der GL-Fraktionsvorsitzende Erhard Spohr die ablehnende Haltung zum Vorschlag des Bürgermeisters. Schaue man sich jedoch die momentanen Gebühren an, müsse man feststellen, dass Handlungsbedarf bestünde. „Grebenau hat momentan kreisweit in vielen Bereichen deutlich die niedrigsten Friedhofsgebühren. Sicherlich resultiert auch hieraus das momentane Defizit, welches es mit vernünftigen Vorschlägen zu reduzieren gilt“, unterstrich Spohr die Notwendigkeit einer Anpassung der momentanen Gebührensätze.

So würden nach dem vorgelegten Konzept die Gebühren für die Bestattung und das 25jährige Nutzungsrecht jeweils durchschnittlich um 200 bis 300 € steigen. „Unser Konzept sieht vor, dass zwar die Gebühren für die Friedhofsnutzung mit Blick auf die lange Nutzungsdauer in einem vertretbaren Rahmen steigen, aber dafür erhalten die Bürgerinnen und Bürger auch mehr Leistungen“, verdeutlichte SPD-Fraktionschef Steffen Krug den Vorschlag der beiden Fraktionen. So komme man zum einen den zunehmenden Wünschen aus der Bevölkerung nach verschiedenen Bestattungsformen durch die Schaffung neuer Möglichkeiten, wie beispielsweise Rasen- oder Säulengrabstätten nach. Hinzu komme ein größeres Leistungsangebot des städtischen Bauhofs. „In Zukunft werden die Gräber nach Ablauf der Liegezeit durch den Bauhof kostenlos abgeräumt. Ein echtes Plus für die Bürger und die Stadt“, unterstrich Krug die Haltung der SPD-Fraktion. „Der Vorschlag löst viele Probleme gleichzeitig“, so Krug weiter. „Neben der gewünschten 80-Prozent-Kostendeckung im Friedhofsbereich, entfällt der Verwaltungsaufwand zur Ermittlung von Angehörigen bei einer anstehenden Grababräumung und das Abräumen erhält die notwendige Professionalität nach Ablauf der Liegezeit – eine echte Erleichterung für alle Angehörigen und die Stadt“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.  

 

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